Wer ist gefährdet?

Da Burnout in allen Branchen vorkommt, sollten sich alle Berufsgruppen vor dem Ausbrennen schützen. Im Durchschnitt liegt das Burnout-Risiko bei 15-20%. Besonders häufig betroffen sind engagierte Mitarbeiter. Aus diesem Grund ist die Burnout-Gefahr bei Führungskräften überdurchschittlich hoch (etwa 25%). Bei Lehrkräften und in helfenden Berufen (z.B. Krankenpflege, Sozialarbeit) liegt die Burnout-Rate über 30%. Hier einige ausgewählte Berufs- und Tätigkeitsfelder im Überblick.


Manager

"Du weißt nicht mehr, wie Blumen duften,
kennst nur die Arbeit und das Schuften.
So geh'n sie hin die schönen Jahre,
auf einmal liegst Du auf der Bahre.
Und hinter Dir, da grinst der Tod:
Kaputtgerackert... Vollidiot."


aus "Manager-Magazin, 05/2001"

Nach dem Schweizer Wirtschaftsmagazin "CASH" ist jeder 5. Manager am Ende seiner Kräfte. 3/4 aller Führungkräfte reagieren auf den "normalen" Arbeitsstress mit Magenbeschwerden, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen, mit Motivationsverlust und Depressionen. Viele nehmen Tabletten. Der Alkoholkonsum unter Managern liegt über dem der Durchschnittsbevölkerung. Als "Achillesferse der Leistungsträger" bezeichnet die Deutsche WirtschaftsChronik 2005 Burnout bei Führungskräften.

"Wer ausbrennt muß einmal gebrannt haben"

Gerade Führungspositionen reizen zum beruflichen Überengagement, gefördert durch immer weitere Aufstiegschancen, gute Verdienstmöglichkeiten und hohes Sozialprestige. Hochmotivierte Studienabsolventen suchen sich große Herausforderungen im Beruf und sind oft Jahre oder Jahrzehnte äußerst engagiert und erfolgreich.

Oft kommen erste Anzeichen von Burnout erst wenn eine Karrierestufe trotz größter Anstrengung nicht erreicht werden kann. Dann fragen sich viele ob sich der hohe Einsatz, meist unter Vernachlässigung von Familienleben, Freundschaften und Freizeit, gelohnt hat. Mit der Sinnkrise beginnt die Arbeit mühsam zu werden: Was mit der Aussicht auf immer weitere Karrieresprünge mit Leichtigkeit zu meistern war erscheint nun kräftezehrend und beschwerlich. Erste Erschöpfungssymptome, Konzentrations- und Schlafstörungen setzen ein. Wer nun nicht gegengesteuert riskiert Leistungseinschränkung und womöglich wochen- bis monatelange Arbeitsunfähigkeit.


Burnout in Unternehmen, Risikofaktoren am Arbeitsplatz

Stress am Arbeitsplatz kostet allein Unternehmen in Deutschland jährlich über 5 Milliarden DM. Diese kommen u.a. zustande durch stressbedingte Produktionsfehler oder Fehlentscheidungen, durch Krankheitsfehlzeiten, Abfindungen ausgebrannter Mitarbeiter sowie Kosten für Neueinstellungen.

In den meisten Branchen sind zwischen 15 und 20 Prozent aller Beschäftigten, vor allem engagierte Mitarbeiter und Führungskräfte, vom beruflichen Ausbrennen betroffen. Damit sind es in der Regel die Leistungsträger der Firmen, die Burnout-gefährdet sind. Mehr zu dem Thema Burnout bei Führungskräften können Sie nachlesen im Artikel "Achillesferse der Leistungsträger" der in der Deutschen WirtschaftsChronik 2005 erschienen ist.

Maßnahmen zur wirkungsvollen Burnoutprävention in Ihrem Unternehmen stellen wir Ihnen in unseren Vorträgen und Seminaren vor, die Sie auch Inhouse buchen können. Wir trainieren Personalverantwortliche, Führungskräfte und Mitarbeiter im positiven Umgang mit beruflichem Stress.


Lehrkräfte

Burnout bei Lehrerinnen und Lehrern ist ein sehr verbreitetes Phänomen. Manche Experten sprechen sogar von einem berufstypischen Risiko, vergleichbar mit der Strahlenbelastung einer Röntgenpraxis.

Die Quote der Burnout-Betroffenen wird in dieser Berufgruppe mit 30-40% angegeben. In Bayern ist jeder 2. frühpensionierte Lehrer wegen einer psychischen Erkrankung außer Dienstes, nicht wenige leiden vorher jahrelang unter beruflichem Ausbrennen.

Die Erwartungen an den Beruf scheinen bei Lehrerinnen und Lehrern einen großen Einfluss auf das Entstehen von Burnout zu haben. Pädagogische Konzepte aus der Studienzeit können nur selten unter realen Bedingungen erprobt werden.

Zudem verdient ein Berufsanfänger im Vergleich zu anderen Branchen in den ersten Jahren mehr als seine Altersgenossen, schon nach 5 Jahren bleiben Lehrer aber mehr und mehr abgeschlagen hinter diesen zurück.

Hinzu kommt das seit langem eher negative Berufsimage des Lehrers. Auf den ersten Blick kurze Wochenarbeitszeiten und lange Ferien führen zu einem zu geringen Ansehen in der Bevölkerung.

Der Beamtenstatus des Lehrerberufs führt längerfristig vermutlich zu einer Motivationsabnahme. Fest nach Dienstalter vorgeschriebene Gehaltserhöhungen beflügeln nur wenig zu höherer Leistung.

Rektoren sind seltener von Burnout betroffen. In diesem Fall hat der Aufstieg in eine leitende Position eher einen schützenden Effekt auf das berufliche Ausbrennen.